von Göler (Hrsg.) / Dimitrios Christopoulos / § 631

§ 631 Vertragstypische Pflichten beim Werkvertrag

(1) Durch den Werkvertrag wird der Unternehmer zur Herstellung des versprochenen Werkes, der Besteller zur Entrichtung der vereinbarten Vergütung verpflichtet.

(2) Gegenstand des Werkvertrags kann sowohl die Herstellung oder Veränderung einer Sache als auch ein anderer durch Arbeit oder Dienstleistung herbeizuführender Erfolg sein.

 

Für den Rechtsverkehr

(für Nichtjuristen)

zum Expertenteil (für Juristen)

Bedeutung für den Rechtsverkehr, häufige Anwendungsfälle

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Expertenhinweise

(für Juristen)

1) Allgemeines

1Wie sich aus dem Wortlaut des § 631 Abs. 1 BGB ergibt, wird ein Werkvertrag zwischen dem Besteller und dem Unternehmer geschlossen, wenn der Unternehmer durch den Vertrag zur Herstellung des versprochenen Werkes und der Besteller zur Zahlung der vereinbarten Vergütung verpflichtet wird. Somit ist der Werkvertrag ein entgeltlicher, gegenseitiger Vertrag, durch den die Herbeiführung eines bestimmten Erfolgs vereinbart wird. 

2) Definitionen

2Der Unternehmer ist die Vertragspartei, die die Herbeiführung des bestimmten Erfolgs schuldet. Der Besteller ist die Vertragspartei, die den Besteller mit der Herbeiführung des bestimmten Erfolgs beauftragt hat. Beide können natürliche oder juristische Personen sein. Eine kaufmännische Eigenschaft ist für den Unternehmer nicht notwendig.Busche, in: Münchener Kommentar zum BGB, 6.

3) Abgrenzungen, Kasuistik

Dienstvertrag

7Die Abgrenzung eines Werkvertrags zu einem Dienstvertrag (§ 611 BGB) ist eine der in der Praxis bedeutendsten und schwierigsten Fragen. Nach der ständigen Rechtsprechung des BGH ist das wichtigste Kriterium für diese Abgrenzung der im Vertrag zum Ausdruck kommende Wille der Parteien bezüglich der charakteristischen Verpflichtung des Unternehmers.

4) Zusammenfassung der Rechtsprechung

BGH Links für die schon erwähnten Entscheidungen
BGH Urt. vom 23. April 1981 – VII ZR 196/80https://beckonline.beck.de/?vpath=bibdata/ents/lsk/1981/3300/lsk.1981.33.0099.htm&pos=0&hlwords=#xhlhit 
BGH Urteil vom 16.Juli 2002 – X ZR 27/01http://juris.bundesgerichtshof.de/cgibin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&sid=b881bf07318e33f544fa164b6653b0f6&nr=21542&pos=0&anz=1&Blank=1.pdf  
BGH Urt. vom 6.Juni 2013 – VII ZR 355/12http://juris.bundesgerichtshof.de/cgibin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&sid=5767286c4f65cef2140de4403bdec1e7&nr=64717&pos=0&anz=1&Blank=1.pdf  
BGH Urt. vom 01. August 2013 - VII ZR 6/13http://juris.bundesgerichtshof.de/cgibin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&sid=223f9fe43cbae0e5b104b472bc4350f8&nr=65097&pos=0&anz=1&Blank=1.pdf 
BGH Urt. vom 03. Juli 1997 – VI ZR 159/96https://beck-online.beck.de/Default.aspx?vpath=bibdata/zeits/njw-rr/1997/cont/njw-rr.1997.1376.1.htm&pos=1 
BGH Urt. vom 02. November 1995 - X ZR 81/93https://beck-online.beck.de/Default.aspx?typ=reference&y=300&z=NJW-RR&b=1996&s=789 
BGH Urt. vom 3. Mai 2000 - X ZR 49/98http://juris.bundesgerichtshof.de/cgibin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&sid=934a4e970a1eccc007340c70c402fb0a&nr=23550&pos=0&anz=1&Blank=1.pdf 
OLG Hamm, Urt. vom 16. Januar 1990 – 26 U 142/89https://beck-online.beck.de/Default.aspx?words=NJW-RR+1990%2C+667&btsearch.x=42&btsearch.x=0&btsearch.y=0 
BGH Urt. vom 16. Mai 1968 – VII ZR 40/66https://beckonline.beck.de/Default.aspx?vpath=bibdata/zeits/njw/1968/cont/njw.1968.1873.1.htm&pos=0&hlwords=#xhlhita 

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5) Literaturstimmen

Sprau, in: Palandt, BGB, 73. Auflage 2014, Einf. v § 631, § 631

Busche, in: Münchener Kommentar zum BGB, 6. Auflage 2012, § 631

Peters/Jacoby, in: Staudinger, BGB, Neubearbeitung 2014, Vorbem. zu § 631, § 631 BGB

Schellhammer, Schuldrecht nach Anspruchsgrundlagen samt BGB Allgemeiner Teil, 8. Auflage 2011

Voit, in: Beck‘scher Online Kommentar BGB, Edition 30, 2013, § 631

6) Häufige Paragraphenketten

§§ 631, 632, 633, 634, i.V.m. 280ff., 242, 311 BGB


Fußnoten