Beratungsfelder
Scheidung und Scheidungsfolgen
Trennungs- und Scheidungsfolgenvereinbarungen
Kindesunterhalt
Ehegattenunterhalt
Zugewinnausgleich
Versorgungsausgleich
Vorbereitung von Eheverträgen
Vorbereitung von Testamenten und Erbverträgen
Beratung bei Vermögensübertragungen zu Lebzeiten
Auseinandersetzung von Miterbengemeinschaften
Pflichtteils- und Pflichtteilsergänzungsansprüche
Mitglied:
Deutscher Anwaltsverein
Arbeitsgemeinschaft Familienrecht
Arbeitsgemeinschaft Erbrecht
Institut für Erbrecht e.V.
Deutsche Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge D.V.E.V.
CoopeRAtion e.V.
Deutscher Familiengerichtstag e.V.
Publikationen
Nomos-Kommentar zum BGB §§ 1601 -1604, 1606-1609, 1612a-1612c BGB
„Die Geltendmachung von Kindesunterhalt nach konkretem Bedarf“ FF 2020, 396 ff.
„Großeltern haften für ihre Enkel – zugleich Anmerkung zu BGH vom 27.10.2021 – XII ZB 123/21“ FF 2022, 29 ff.
Profil
Frau Rechtsanwältin Vera Knatz studierte Jura in Bonn mit dem Schwerpunkt Familienrecht und absolvierte ihre Referendarszeit in Hanau und Frankfurt am Main. Nach einem 4-jährigen Auslandaufenthalt in Kanada und einer Familienpause kehrte sie 1999 in ihren Beruf als Rechtsanwältin zurück und spezialisierte sich auf die Gebiete des Erbrechts und des Familienrechts.
Seit 2003 ist sie Fachanwältin für Familienrecht, 2006 Fachanwältin für Erbrecht.
Frau Rechtsanwältin Knatz ist aufgrund ihrer Spezialisierung im Erbrecht ein empfohlenes Mitglied des Instituts für Erbrecht e.V. Das Institut für Erbrecht ist eine europaweite Vereinigung von Spezialisten auf dem Gebiet des Erb- und Erbschaftssteuerrechts.
Sie ist Partner der bundesweit verzweigten CoopeRAtion Ehe-, Familien- und Erbrecht, ein 1997 gegründeter Verbund von Rechtsanwälten/Rechtsanwältinnen, die sich auf das Ehe-, Familien-, Erb-, Sozial- und Steuerrecht spezialisiert haben.
Strategische Ausrichtung
Wir haben uns zum Ziel gesetzt, den Mandanten kompetent, zielgerichtet, persönlich, engagiert und effizient zu beraten. Diesen Anspruch können wir vollumfänglich realisieren, da wir unsere Tätigkeitsbereiche ausschließlich auf das Familienrecht und das Erbrecht konzentrieren und unser fachliches Spezialwissen durch ständige Weiterbildung immer auf den aktuellsten Stand bringen.
Wir sind damit erfahrene und hochqualifizierte Ansprechpartner, welche dem Mandanten zuhören und sich Zeit nehmen für die individuelle Fragestellung. Denn dies stellt den ersten Schritt einer professionellen Beratung dar.
Daher kann von uns weit mehr als Standardlösungen erwarten werden. Wir bieten innovative und kreative Lösungen für komplexe Probleme sowie eine effiziente und erfolgreiche Begleitung durch die entscheidenden Wendepunkte des Lebens unserer Mandanten, welche durch die Eingehung oder das Scheitern einer Ehe, aber auch durch einen Todesfall entstehen, und begleiten unsere Mandanten außergerichtlich wie auch vor Gericht.
Standort
Frankfurt am Main
4 Anwälte
Internetpräsenz:
www.familienrecht-erbrecht-frankfurt.de
Zur Kommentierung für Juristen
zu § 1937 Erbeinsetzung durch letztwillige Verfügung
Bedeutung für den Rechtsverkehr, häufige Anwendungsfälle
a) Normzweck
Mit dieser Norm wird bestimmt, dass der Erblasser seine Erbfolge und die Verteilung seines Vermögens einseitig, und vor allem frei, bestimmen kann.
MIt dieser Norm wird auch bestimmt, dass die gewillkürte Erbfolge Vorrang vor der gesetzlichen Erbfolge hat. Diese Testierfreiheit wird nur durch das Pflichtteilsrecht begrenzt, welches den direkten Abkömmlingen, den Eltern des Erblassers und dem Ehegatten des Erblassers zusteht sowie durch das Verbot sittenwidriger Rechtsgeschäfte.
b) Begriffserklärungen
Bei einer Verfügung von Todes wegen handelt es sich um eine rechtsgeschäftliche Anordnung, welche erst beim Tod des Erblassers wirksam wird und welche in einer bestimmten erbrechtlichen Form erfolgt. Dazu gehören also nicht die Rechtsgeschäfte unter Lebenden, welche erst mit dem Tod eines Beteiligten eintreten sollen, vgl. § 2301 BGB.
Die in § 1937 BGB begründete Testierfreiheit bezieht sich nur auf eine einseitige letztwillige Verfügung, somit auf ein Testament.
Das Testament stellt die einseitige, nicht empfangsbedürftige Willenserklärung des Erblassers dar und kann jederzeit von dem Erblasser widerrufen werden. Es gilt dann der, jeweils zeitlich gesehen, letzte erklärte Wille, soweit dieser in der erforderlichen Form erklärt wurde.
Als Sonderform des Testaments gibt es das gemeinschaftliche Testament von Ehegatten bzw. das Ehegattentestament, vgl. § 2265 BGB. Dieses Ehegattentestament kann durch eine gemeinsame Erklärung der Ehegatten ebenfalls jederzeit widerrufen werden. Ein einseitiger Widerruf eines der Ehegatten zu Lebzeiten beider Ehegatten ist möglich, erfordert aber die Einhaltung der strengen Formvorschriften für die Protokollierung und die Zustellung des Widerrufes.
Nach dem Tod eines der Ehegatten entfaltet das Ehegattentestament in der Regel eine Bindungswirkung, welche den einseitigen Widerruf oder eine Neutestierung des überlebenden Ehegatten nicht mehr zulässt - es sei denn, die Ehegatten hätten in dem Testament die Bindungswirkung begrenzt oder dem überlebenden Ehegatten ein Neutestierung erlaubt.
Letztwillige Verfügungen, welche der Erblasser dagegen in einem Erbvertrag regelt, stellen eine vertragliche Regelung dar. Diese Regelungen sind nicht einseitig, da der Erblasser diesen Vertrag mit mindestens einer weiteren Person abschließt - siehe hierzu § 1941 BGB.
c) Inhalt eines Testaments
- Ein Testament kann neben erbrechtlichen Erklärungen auch andere z.B. familienrechtliche Erklärungen enthalten.
- Der Erblasser kann eine oder mehrere Personen zu seinem bzw. seinen Erben einsetzen.
- Er kann bestimmte Personen von der Erbfolge ausschließen, ohne explizit einen Erben zu benennen.
- Der Erblasser kann Vorerben und Nacherben bestimmen.
- Er kann Ersatzerben benennen.
- Der Erblasser kann zusammen mit seinem Ehegatten ein gemeinschaftliches Testament errichten und damit einen zwischen ihnen geschlossenen Erbvertrag aufheben, § 2292 BGB.
- In bestimmen Konstellationen kann der Erblasser einem Pflichtteilsberechtigten den Pflichtteil testamentarisch entziehen oder das Pflichtteilsrecht eines Abkömmlings beschränken.
- Er kann Vermächtnisse oder Auflagen anordnen.
- Der Erblasser kann dem überlebenden Ehegatten den Voraus testamentarisch zusprechen oder ihm diesen entziehen.
- Er kann die Verpflichtung des Erben nach § 1969 BGB, den Angehörigen des Erblassers für den Zeitraum von 30 Tagen nach dem Todesfall Unterhalt im gleichen Umfang wie von dem Erblasser geleistet wurde zu gewähren, modifizieren oder aufheben.
- Er kann Anordnungen treffen zur Auseinandersetzung des Nachlasses, zum Ausschluss der Auseinandersetzung des Nachlasses für einen von ihm zu bestimmenden Zeitraum.
- Er kann Teilungsanordnungen gem. § 2048 BGB treffen.
- Er kann eine Testamentsvollstreckung anordnen.
- Der Erblasser kann eine Rechtswahl nach § Art. 22 Abs. 2 EuErbVO bzw. Art. 25 EGBGB treffen.
- Er kann einen Vormund für seine minderjährigen Kinder benennen oder nach § 1782 BGB bestimmten Personen vom Amt des Vormunds ausschließen.
- Hat der Erblasser Minderjährige als Erben bestimmt, kann er den Eltern dieses Kindes die Vermögenssorge bezogen auf den zu vererbenden Nachlass entziehen und kann einen Ergänzungspfleger bestimmen. Ferner kann er dem Pfleger Verwaltungsanordnungen bezüglich des vererbten Nachlasses erteilen.
- Der Erblasser kann Testamentsvollstreckung anordnen.
- In dem Testament kann der Erblasser Personen, die einer Schweigepflicht unterliegen, von dieser entbinden. Dies können der behandelnde Arzt, ein Rechtsanwalt oder auch ein Psychologe sein.
- Die Anordnung einer Schiedsgerichtsklausel wird allgemein als zulässig erachtet unter Verweis auf die Bestimmung des § 1066 ZPO.
Normzweck
Mit dieser Norm wird bestimmt, dass der Erblasser seine Erbfolge und die Verteilung seines Vermögens frei bestimmen kann. Durch diese Testierfreiheit, welche als solche expressis verbis im Gesetz nicht genannt wird, welche sich aber aus der Erbrechtsgarantie ergibt und damit durch Art. 1 GG geschützt ist, erhält die gewillkürte Erbfolge Vorrang vor der gesetzlichen Erbfolge. Dieser Testierfreiheit sind nur Grenzen gesetzt durch das Pflichtteilsrecht der direkten Abkömmlinge, der Eltern des Erblassers und seines Ehegatten sowie durch das Verbot sittenwidriger Rechtsgeschäfte.
In § 1937 BGB definiert das Gesetz, dass eine gewillkürten Erbfolge durch ein Testament, eine letztwillige Verfügung oder eine Verfügung von Todes wegen erfolgen kann.
a) Verfügung von Todes wegen als Oberbegriff
Der Begriff Verfügung von Todes wegen stellt den Oberbegriff von Testament und Erbvertrag dar, welcher in § 1941 BGB definiert wird.
Bei einer Verfügung von Todes wegen handelt es sich um eine rechtsgeschäftliche Anordnung, welche erst beim Tod des Erblassers wirksam wird und welche in einer bestimmten erbrechtlichen Form erfolgt. Hiervon sind die Rechtsgeschäfte unter Lebenden, welche erst mit dem Tod eines Beteiligten eintreten sollen, zu unterscheiden, vgl. § 2301 BGB.
Mit dem Begriff der Verfügung, wie man ihn im allgemeinen, bürgerlich-rechtlichen Sprachgebrauch außerhalb des Erbrechts kennt, hat die Verfügung von Todes wegen nichts zu tun. Sie ist auch kein Unterfall. Vielmehr lassen Verfügungen von Todes wegen die Rechtslage zu Lebzeiten des Erblassers unberührt. Die allgemeinen Vorschriften über Verfügungsgeschäfte wie z.B. §
a) Inhalt eines Testaments
Die §§ 1937 bis 1941 BGB geben den Inhalt von möglicher Verfügungen von Todes wegen an, enthalten aber keine abschließende Aufzählung. Daher kann ein Testament auch andere als erbrechtliche Erklärungen enthalten. Es sind aber nur Verfügungen zulässig, die entweder ihrer Art nach ausdrücklich im Gesetz geregelt sind oder solche, die aufgrund Auslegung oder Analogie dem Gesetz als zulässig zu entnehmen sind. So kann der Erblasser aufgrund des Prinzips der Gesamtrechtsnachfolge einen Gegenstand nicht mit dinglicher Wirkung einem anderen, als dem Erben zuwenden. Die Zuwendung eines einzelnen Gegenstandes im Rahmen eines Vermächtnisses kann nur mit obligatorischer Wirkung erfolgen, § 2174 BGB.
b) Erbrechtliche Anordnungen
Der Erblasser kann eine oder mehrere Personen zu seinem bzw. seinen Erben einsetzen.
Er kann aber auch bestimmte Personen von der Erbfolge
LG München II, Teilurt. v. 24.2.2017 – 13 O 5937/15, ZEV 2017, 274
BGH Beschluss vom 17.5.2017 – IV ZB 25/16, NJW 2017, 2112